Längst konnte jemand mit den Polizisten seiner Nachbarschaft treffen,
ohne Angst zu haben, dass er erschossen worden wäre, oder dass er ohne Advokat
oder Richter verhaftet würde. Heutzutage verändert sich die Polizei, und nicht
für gut. Jemand, der diese Zeitung normalerweise ließt, kennt die Geschichte
der tötlichen Begegnung zwischen dem Polizist W. Tschanz und dem Salonlöwe F.
Gastmann. Bei dieser Begegnung wurden drei Menschen - Tschanz, Gastmann, und
einen Diener Gastmanns - geschossen. Gastmann und sein Diener haben schnell
gestorben; kurz danach hat der Polizist seine letzte, kurze Fahrt bis Entlang
zu der Eisenbahn gemacht. Jetzt wissen wir, natürlich, dass der Gastmann keine
saubere Seele hat. Unserer Staat dreht sich aber um Gesetze. Die Tatsache, dass
Gastmann nie vor einem Richter war - dass seine Bürgerrechte nicht respektiert
wurden - ist eine grosse Schande, und eine Illustration der grossen
Gefahr der Militarisierung der schweizerischen Polizei.

Zuerst haben wir endlich gelernt, dass Gastmann von dem Polizist Ulrich
Schmied heimlich überprüft wurde. Wir sollen Angst haben, dass diese heimliche
Überprüfung so lange dauerte. Gastmann war genau schuldig. Was wäre passiert,
aber, wenn er eine saubere Seele hat? Diese heimliche Untersuchung, die ohne
eine Durchsuchungsbefehl oder Protokoll dauerte, wäre natürlich ein Verstoss
gegen den Bürgerechte des Gastmanns sein! Die Tatsache, dass er Mörder war, ist
aber eine falsche Fährte. Das Verstoss gegen Gastmann ist leider nicht
einzigartig, weil unsere Polizisten eine Kultur gemacht haben, die sich um die
Verderbtheit der Gesellschaft dreht; sie denken, dass es wichtiger einen
Verbrecher zu verhaften oder zu erschiessen ist, als unschuldige Männer sicher
zu halten. Moderne Ermittler wie der bekannte Lucius Lutz haben es vor, das
amerikanische System zu vorstellen, in dem der Schwerpunkt auf der
Unterdrückung der Kriminalität liegt. Es ist nicht wichtig, menschlich oder
ehrerbietig zu sein, und die Polizisten sind wie eine Besatzungsarmee. Unsere
schweizerische Polizei ist heute nicht wie die normale Amerikanische Polizei.
Wir sollen hoffen, dass es so dauert. Der britische Jurist William Blackstone
schrieb, dass es besser sei, zehn Verbrecher frei ausgehen zu lassen, als einen
unschuldigen Mensch zu verhaften. Diese Idee liegt in dem Herz die
Schweizerische Konföderation. Unser Bund wurde gegründet zum Teil die Rechte
der Bürger zu verteidigen. Wenn wie diese Rechte nicht mehr sicher machen, wie
können wir die moralische Überlegenheit haben? Ich meine, dass wir diese
Überlegenheit verlieren werden, wenn wir die Rechtsstaatlichkeit aufgeben. Ohne
die Rechtsstaatlichkeit haben wir nichts.

Ich habe Angst, dass es zu spät ist, diese Situation zu lösen. Die
Kantonspolizei Zürich haben zum Beispiel vor kurzem angefangen, militärische
Waffen zu bekommen. Obwohl Herr Tschanz nur eine einfache Revolver hatte, haben
viele lokale Politische Leitern es vor, besserer und stärkerer Waffen zu
kaufen. Ich bin überzeugt, dass Polizisten nicht vorsichtig oder treu sein
werden, wenn sie an diese grosse Macht kommen. Ich bin auch überzeugt, dass die
politische Kultur unseres Landes wegen der Militarisierung der Polizei sich
verändern will. Die Angst vor der Polizei wird Freie Meinungsäusserung
zerquetschen, und danach wird unsere Demokratie krank werden. Jedermann von uns
hat die Folgen des Todes der Rechtsstaatlichkeit vor kurzem in Deutschland, in
Österreich, in Frankreich, und in Italien gesehen. Können wir nicht deswegen
widersprechen?